Buffy in Bremen

Paule berichtet von Buffy-Studies in Bremen.


8 Antworten auf “Buffy in Bremen”


  1. 1 Administrator 05. März 2008 um 14:31 Uhr

    Ich bin enttäuscht – warum kann man bei „Stumpf ist Trumpf“ mit der schönen Webadresse dissen.blogsport.de nicht die Macher höchstselbst dissen? Warum verschwindet jeder Kommentar innerhalb von 24 Stunden oder wird gar nicht erst freigeschaltet?

    Trotzdem würde ich ja gerne die denunziatorische Kritik an „Dummen Nerds“ denunzieren. Deute ich die wenig dezente Anspielung in obigem Link richtig, lautet der Vorwurf auf entweder: a) dass unsereins etwas so zutiefst immateriellem wie einer Fernsehsserie überhaupt genügend Bedeutung beimisst, sie mit Blogeinträgen zu würdigen, oder b) dass wir unser in den Niederungen des ganz „materiellen“ angesiedeltes Bedürfnis nach Tits&Ass zu überspielen uns bemühen, indem wir besonders luftig-abstrakt über eine Serie daherschwafeln, die doch eigentlich nur zum handfesten Softporno tauge.

    Mit Verlaub können beide Kritiken (die hier seltsam ineinander verschwimmen) nur auf intelektuell verelendete, fetischisierte Verdinglichung des verdammten Objekts zurückzuführen sein, und insofern sollten die Blogmacher sich auch gehörig schämen, Marx im Motto zu führen. Für die sich auf solcherlei Größen berufenden dummen Kerls sei dieser Zusammenhang mit einem etwas geläufigeren Beispiel dargestellt: dem Geld.

    Dumm ist, das weiß wohl jeder Marxist, der sein Geld wert ist, die Aussage desjenigen, der sich für einen zynischen Materialisten hält, ihm käme es nur auf das Geld an – denn es gibt ja gerade nichts idealistischeres als das Vertrauen ins Geld, bei dem es sich bekanntermaßen in seiner maßgeblichen Dimension um eine gesellschaftliche Übereinkunft handelt. Diese Verdinglichung des Geldes ist praktisch deckungsgleich mit der Verdinglichung des Tits&Ass-Faktors einer Fernsehserie zum „Sex“, nur das selbige noch eine Spur reaktionärer ist, räumt sie doch implizit ihre Lustfeindlichkeit ein, der Sex zu den niedersten Trieben gehört (anstatt als oftmals durchaus erfreuliche zwischenmenschliche Tätigkeit wahrgenommen zu werden). Die Entlarvung des Gegners als verklemmter, insgeheim geiler Nerd entlarvt damit den Entlarver selbst als lärmenden Lustfeind, dem die eigene Geilheit zu Sex- und Selbstverachtung gerinnt.

    Um zum Geld zurückzukommen: vielleicht sogar dümmer als der selbsternannte zynische Materilist ist der vulgärmarxistisch gebildete Moralist, der verkündet, dass Geld ohne inhärenten Wert und damit bedeutungslos sei (wie dieser eklige Rotzbengel in Sean Penns alternative-Hollywood-Machwerk „Into the Wild“). Dieser Moralist verkennt die fundamentale Gesellschaftlichkeit der Wertkategorie und verfällt in finstersten Substanzialismus und mythische Überhöhung des „Gebrauchswerts“. Sein Dummgelaber entspricht der bei dissen angedeuteten Kritikdimension a), nämlich: dass unsereins Nerd sich mit so immateriellem wie einer Fernsehserie überhaupt befasst. Die Parallelen müssen hier wohl nicht eigens erläuert werden.

    Was ist aber nun „dissen“? Ein Verfallsstadium des Marxismus? der alltägliche Wahnsinn? Ein Ausdruck von Geilhheitsstau?

    Bleiben Sie dran und erfahren Sie es (vielleicht) in Folge 2 …

  2. 2 dissen 05. März 2008 um 15:01 Uhr

    Warum verschwindet jeder Kommentar innerhalb von 24 Stunden oder wird gar nicht erst freigeschaltet?

    Sorry, wir haben den aus Versehen gelöscht, statt freigeschaltet. Ja, selbst wir machen mal Fehler. Schickt ihn ggf. einfach noch mal.

  3. 3 dissen 05. März 2008 um 15:07 Uhr

    Und zum Rest: die Kritik an Euch ist nicht, dass Ihr Buffy wegen tits & ass guckt – das wäre für uns überhaupt der einzige Grund, sich das anzutun –, sondern dass Ihr so tut, als hätte Euer TV-Konsum irgendwas mit Kritik zu schaffen.

  4. 4 dissen 05. März 2008 um 15:16 Uhr

    Die Kommentare, welche Spam Karma 2 in den Mülleimer gestopft hat, haben wir mittlerweile wieder rausgefischt. So lernen selbst wir dann noch das containern kennen.

  5. 5 Administrator 06. März 2008 um 12:02 Uhr

    Liebe disser,
    Aber natürlich sollte TV-Konsum zumindest etwas mit Kritk zu schaffen haben. Welchen Sinn&Zweck hat das Instrumentarium kritischen Denkens denn, wenn man es nicht möglichst (zumindest probeweise) zu allen Lebensbereichen in Beziehung setzt? Und letztlich: ist die Lust am kritischen Denken um seiner Selbst Willen, auch am marginalen Gegenstand, denn verwerflich? Darf ein theoretisch durchdachter Gedanke nur dann geäußert werden, wenn er Fragen der sozialistischen Weltrevolution oder der Existenz des Staates Israels betrifft?
    Tut mir leid, doch ich sehe da bei euch nur die kleinbürgerliche Verachtung für Schmutz&Schund, auch wenn die Porno-Affirmativ gewendet sein mag. Zur weiteren Affirmation eures Gedankengebäudes kann ich euch daher wärmstens die Werke Matthew Arnolds ans Herz legen.

  6. 6 paule 07. März 2008 um 1:14 Uhr

    Mich würd‘ ja viel mehr interessieren, wo ich „so“ getan haben soll. Aber lass sie einfach reden die schlauen Jungs.

  7. 7 Jasper 08. März 2008 um 18:52 Uhr

    Alder, deine Mudda tut so, als hätte ihr TV-Konsum irgendwas mit Kritik zu schaffen!

  1. 1 Unser Block, Buffys Pflock « Stumpf ist Trumpf Pingback am 04. März 2008 um 16:03 Uhr
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