Archiv für September 2008

Thesen zu Battelstar Galactica

Da ja einige von euch hier und da Interesse an und gar Begeisterung für BG erkennen ließen – was kommt uns denn aus buffylinker Perspektive so bemerkenswert vor? Ich rege mal an:

1. Gesellschaftsmodelliges: Eine Bande von Gejagten in existenzieller Not, gegen die nur das starke Militär hilft. Wieviel Platz für Demokratie, Partizipation? Wie Gewichtung von Ordnung und Zusammenhalt gegenüber Freiheit? Militär wird ja eigentlich durchweg positiv dargestellt in der Serie. Auch wenn die Führungskräfte hier und da kurze Zeit vom Weg abkommen, sehen sie ihre Irrtümer immer irgendwann ein. Sie sind halt die Stütze der Menschheit, die einen dreckigen Job macht und deshalb auch mal dreckige Entscheidungen zu treffen hat. Zivilisten können immer nur reden, machen aber unter dem Deckmantel der Gutmenschigkeit durch Gier und Eigeninteresse tendenziell alles schlimmer. Man denke an die Folge, in der die BG von einer Reporterin durchleuchtet wird.

2. Die Idee – die Idee? Hängt mit 1. zusammen. Jakob verglich das mal mit Voyager – da käme niemand auf die Idee, einfach die Föderationsuniform an den Nagel zu hängen und die Suche nach der Erde einfach sein zu lassen. Oder mit den ganzen Verhaltensvorschriften und Ehrencodices mal Schluss zu machen. Bei BG ist die Frage, was eigentlich rettenswert ist und warum, immer da. Oder?

3. Religion. Hängt mit 2. zusammen. Man darf nicht nachlassen, weil die Götter es wollen. Manifest destiny. Wird das in der Serie als ernst zu nehmende Hoffnung dargestellt oder nur als fieser Legitimationsmechanismus. Oder beides?

4. Geschichte und Zeit. Ich habe die letzte Staffel noch nicht gesehen, aber man darf annehmen, dass die BGs auf unsere Erde vor langer, langer Zeit stoßen, und dort die Mythen von Vertreibung aus dem Paradies und den griechischen Göttern verbreiten, oder? Und dass man dann annehmen kann, dass „wir“ irgendwann mal einen ähnlichen Exodus wuppen und so weiter. Ewige Wiederkehr des Immergleichen? Erzähltechnik, Aktualität?

5. Gender/Sex. Pilotinnen, Präsidentinnen, Prophetinnen, Mephisto als Frau. Aber, Grenzen des Differenzfeminismus: Frauen als Präsidentinnen sind auch nicht besser. Stichwort: Eingemeindung durch Liberalisierung? Übrigens: Außer Dr. Balthasar keine irgendwie „effeminierte“ Männerfigur…und der ist überdeutlich als Frauenheld entworfen. Ist bei BG niemand schwul oder lesbisch oder alle oder wie?

6. Was ist Menschlichkeit und sind die Zylonen die sympathischere Lebensform?

Bitte äußern, SeriengenossInnen!