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Insel der doch irgendwie langweiligen Typen

Nachdem BSG jetzt erst mal ausgegangen ist, habe ich mich schließlich zum chronologischen Lost-Gucken überreden lassen … und auch, wenn das unterhält und spannend ist, stellt es leider keinen Ersatz dar, mit dem sich dieser blog hier spannend am laufen lassen hält. Ein Haufen Schuld-und-Sühne-Stories, Vatergeschichten, Beziehungsvielecke und Monster, die man nicht sieht. Funktioniert alles und ist recht slick, aber das Oberflächen/Tiefensinn-Verhältnis stimmt nicht. Wo Buffy oberflächlich ist, da mit Wonne und ohne sich zu entschuldigen, mit dem gelegentlichen radikalen Kippen ins total Verstörende. Lost hat dagegen eher einen verstörenden Grundton und versucht von da, mit banalen Charakterisierungen und Geheimnissen aus finsterer persönlicher Vergangenheit in Tiefel vorzustoßen, die sich als nichts anderes als Nacherzählungen bürgerlicher Kleinfamiliendramen entpuppen. Das nimmt sich wichtiger als es ist, im Gegensatz zu Buffy, wo sich alles immer wieder als wichtiger erweist, als es sich nimmt, was natürlich auf dauer einfach sehr viel charmanter ist.

Randthese: Natürlich lassen sich alle Vorgänge bei Lost erklären, wenn man einfach annimmt, dass die Serie im Buffyverse spielt, die Insel auf einem Hellmouth sitzt und das First Evil seine Finger im Spiel hat (und wer fühlt sich bei Ethan aus Staffel 1 nicht ein bisschen an Caleb erinnert?)